Die Erfindung des Papptellers
Unsere heutige Gesellschaft ist von Fast-Food geprägt. An jeder Straßenecke bietet sich einem die Möglichkeit, sich schnell ein Essen zu kaufen und da wir ja alle keine Zeit haben, lassen wir uns es einpacken und nehmen es mit. Gar nicht mehr wegzudenken ist hierbei der Pappteller.
Vor 140 Jahren wurde der Pappteller vom Buchbinder Hermann Henschel aus Luckenwalde erfunden. Damals hätte er nie damit gerechnet, dass sich seine Erfindung bis in die heutige Zeit großer Beliebtheit erfreut. Über Marktfrauen, die Lebensmittel wie Fisch, Käse oder Fleisch in Zeitungspapier einwickelten, ärgerte sich Henschel enorm, weil für ihn Hygiene oberstes Gebot war. Die Druckerschwärze an den Zeitungen übertrug sich nämlich auf das Essen und damit hatte Henschel so schon den ganzen Tag als Buchbinder zu tun. Das Essen sollte nicht auch noch nach Druckerschwärze schmecken. Er schaut sich nach anderen Verpackungslösungen um. Eine ärztliche Abhandlung über die unhygienische Verpackung von Lebensmitteln sorgte dann im letzten Schritt, dass Henschel probte und Versuche anstellte, ein ideales Verpackungsmaterial zu finden. Dabei erfand er den Pappteller. Zunächst war der Erfolg nur mäßig. Erst mit der Massenproduktion gelang es ihm, das Produkt auch für Geschäftsleute aus Berlin interessant zu machen. Das war der Beginn des globalen Siegeszuges des Papptellers. Heute setzen alle Fast-Food Restaurants und Imbissbuden auf dieses Einweggeschirr.
Henschel gründete damals auch eine eigene Fabrik, die Papierteller herstellte. Zu DDR-Zeiten hieß sie VEB Pappe und Papier, heute nennt sie sich „Luckenwalder Tüten- und Papptellerfabrik GmbH“. Im Moment hat die Fabrik 35 Mitarbeiter und produziert im Monat ca. 11 Millionen Pappteller und Schalen.